Achat Schnecken
 
   
   
 
 
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Tipps & Tricks

Golliwog vermehren

Callisia repens ist der eigentliche, botanische Name der unter dem Namen Golliwog bekannt gewordenen Pflanze.
Ursprünglich stammt diese Sukkulenten Art aus Afrika, wo sie als Unkraut gilt. Sie läßt sich aber auch in unseren Breitengraden gut kultivieren und sehr einfach vermehren.
Läßt man die Pflanze in ruhe wachsen kann sie bis zu einem Meter lange Ranken entwickeln.

Alles was man für die eigene Callisia repens Zucht benötigt ist eine große, gut gewachsene Pflanze (am besten Golliwog aus dem Zoohandel, der sollte garantiert ungespritzt sein, da er ja als Futterpflanze gehandelt wird), einen Blumentopf, oder ähnliches Behältnis und natürlich Erde.
Soll die Pflanze als Futter mitsamt dem Topf und der Erde in das Schneckenterrarium gestellt werden, empfiehlt es sich, aufgrund der Verletzungsgefahr einen Plastiktopf (Joghurtbecher, Plastikblumentopf, Untertopf, Quarkbecher, usw.) zu nehmen. Auch die Erde sollte dann natürlich Schnecken freundlich sein, also ungedüngt und frei von Schadstoffen.
Um die Pflanze zu vermehren schneidet man einen mind. 5 cm langen Trieb ab, befreit das untere Ende von Blättern (abschneiden oder zupfen), diese können natürlich gleich verfüttert werden und steckt den Stiel einfach in den mit Erde gefüllten Topf.
Jetzt immer gut feucht halten und fertig ist die selbstgezüchtete Futterpflanze.

Man kann die Pflanzen komplett als Futter anbieten, oder nur jeweils die oberen Teile der Triebe abschneiden und anbieten. Die übrig gebliebenen Triebe wachsen dann nach und man hat lange etwas von der Pflanze.

Golliwog schmeckt nicht nur Schnecken, auch Schildkröten und Vögel sind ganz verrückt danach, trotzdem ist hier vorsicht geboten, es sollte nur in Maßen gefüttert werden, da viele Mineralien enthalten sind.
Golliwog wird eigens als Futtermittel gezogen und soll daher Schadstoff frei sein.

Schnecken und Allergiker

Allergiker haben es bei der Wahl ihrer Haustiere oft schwer. Da Schnecken kein Fell besitzen scheinen sie eine gute Wahl zu sein, aber was ist mit Schimmelpilzen und anderen Allergenen?

Um das Immunsystem der Allergiker nicht zusätzlich noch mit weiteren allergenen Stoffen zu belasten, wird den Meisten empfohlen sich zu Hause mit so wenigen allergenen Stoffen, wie Schimmelpilze oder Tierhaare, wie möglich zu belasten. So sollen neue Allergien vermieden werden und eine Umgebung geschaffen werden in der der Betroffene sich gut erholen kann.

Hausstauballergikern wird als Vorsichtsmaßnahme eine möglichst schimmelpilzfreie Umgebung empfohlen.

Schimmel an Achatschnecken selbst kommt lediglich vor wenn sich auf ihren Häusern Kot und Futterreste fest setzen die vom Tier selbst nicht entfernt werden, oder werden können und mit der Zeit zu schimmeln beginnen.

Eine einfache Vorbeugung hier, natürlich nicht nur für Allergiker, ist es die Tiere regelmäßig zu kontrollieren und die Häuschen gegebenfalls zu säubern.

Da sich der Hauptwirkungskreis der Schnecken auf ihr Terrarium beschränkt liegt hier auch die größte Problematik für Allergiker. Auf Terrienerde und Dekorationen, sowie der Bepflanzung können sich leicht Schimmelpilze bilden.

Auch hier ist die eine Maßnahme alles regelmäßig zu kontrollieren und Futterreste, sowie Kot zu entfernen. Dies sollte jedoch zur allgemeinen Hygiene gehören und für jeden Halter selbstverständlich sein.

Um die Schimmelbildung in und auf der Erde gänzlich zu vermeiden und auf Nummer sicher zu gehen, kann im Schneckenterrarium zusätzlich auf Erde/Humus verzichtet werden.
Dann sollte Hydrokultur, auch Blähton genannt, (kleine Tonkügelchen aus dem Garten/Blumenmarkt) als Bodengrund verwendet werden. Bitte kein Seramis verwenden, dieser ist zu klein und eckig als das sich die Tiere darin wohlfühlen würden. Eier werden bevorzugt in klein-kugeligen Hydros (Hydrokulturen) abgelegt. Gegebenenfalls eine Schale, bzw. einen Topf mit entsprechend großen Kugeln anbieten.
Als Reinigungsmaßnahme empfiehlt es sich den Blähton auszukochen.

Dies funktioniert folgendermaßen: Man gibt die Hydrokugeln beispielsweise in eine grosse Pfanne oder einen großen Topf, bedeckt sie mit Wasser und erhitzt das Ganze bis es kocht. Dann leert man alles in ein altes (Salat)sieb und läßt das restliche Wasser abtropfen. Anschließend die Hydros mit kaltem Wasser abkühlen, sonst haben sie hinterher gekochte Schnecken in ihrem Becken. Durch diese Prozedur werden alte Kotreste etc. ausgespühlt. Die sauberen Kugeln kommen nun wieder zurück ins Terrarium.

Die Kugeloberfläche der Hydrokultur ist trocken, hält aber die Luftfeuchtigkeit sehr gut bei 85% (natürlich mit Terriabdeckung). Scheinbar gibt das Kugelinnere Luftfeuchtigkeit ab. So muss man das Terrarium sehr selten befeuchten. (Aber bitte trotzdem regelmäßig den Wert der Luftfeuchtigkeit mit einem Hydrometer kontrollieren.)

Die Verschleisserscheinungen sind ebenfalls sehr gering, so dass sich die Anschaffung durchaus lohnt. Vom Abkochen (bei sehr kalkhaltigem Wasser) bildet sich teilweise eine Kalkschicht auf den Kugeln, was die Schnecken jedoch nicht stört.

Die kleineren Blumenkugeln werden in der Regel für Topfplanzen verwendet. Sie sind überhaupt nicht bröslig, nur sehr staubig. Bei den ganz grossen, die die Gärtner teilweise als Drainage benutzen, gibts aber auch öfters zerbrochene Kugeln. Man sollte also schon kleine Kugeln kaufen, sonst hat man zu viel "Ausschussmaterial". Auch hat sich herausgestellt, dass die Oberfläche der kleinen Kugeln glatt ist, und die der grossen eher porös. Vielleicht ist das der Grund, dass sie häufiger zerbrechen.

Auch sollte bei Dekoration und Versteckmöglichkeiten darauf geachtet werden das Schimmelpilzen kein Nährboden geboten wird. Hierbei sind Plastikblumentöpfe, sowie Aquarienhölzer und künstliche Blumen anderen Materialien vorzuziehen, da man sie gut reinigen, bzw. teilweise abkochen kann.

 

 Tarrarium mit Hydrokulturen

  Hydrokultur Kugeln

  Hydrokultur Marke

Terrarium mit Hydrokulturen in verschiedenen Größen.

 Hydrokultur-Kugeln

 Eine schweizer Hydrokultur Marke


Vielen Dank an: Claudia K. für die ausührlichen Informationen und Bilder.

Futterverweigerung

Viele Schnecken sind neuem Futter gegenüber sehr skeptisch. Meist wird es nicht angerührt auch wenn es sonst nichts anderes zu fressen gibt.
Meiner Beobachtung nach muss neues Futter öfters angeboten werden (zusätzlich zum bereits bekannten  Futter), oft wird es dann nach einer Weile doch angenommen und entwickelt sich sogar zum absoluten Renner.
Natürlich klappt das nicht immer, denn auch Schnecken sind Individualisten, ein Tier liebt Möhren über alles während alle Anderen lieber einen großen Bogen um die seltsamen Dinger machen. Deshalb empfiehlt es sich immer kleine Portionen verschiedenster Futtermittel anzubieten bis man raus hat wer was (am liebsten) frißt.

Erkennungsmerkmale

Um zubestimmen um welche Art es sich handelt geht man bei Achatschnecken folgende Merkmale:

  • welche Farbe hat das Gehäuse
  • welche Form hat das Gehäuse (abgerundet, spitz)
  • welche Farbe hat der Weichkörper
  • (wie groß/lang/schwer ist das Tier)
  • wie sehen die Eier aus die es legt und wie viele sind es pro Gelege
  • hat es ein "V" auf dem Schwanzende
  • welche Farbe hat die Columella

Begriffe

Apex: Gehäusespitze
Columella: Befindet sich an der Gehäuseöffnung und ist bei einigen Arten                      kräftig gefärbt (z.B.:Pink/Violett).
Radula: Wird auch als Raspelzunge bezeichnet und ist das Mundwerkzeug der Schnecke. Sie findet sich in der Mundöffnung, bzw. im Rachen und ist besetzt mit kleinen Chitinzähnchen besetzt, welche bei Abnutzung neu gebildet werden. Mit der Radula wird die Nahrung  "abgeraspelt" und zerkleinert.
Zwitter: Individuen die sowohl männliche als auch weibliche Keimzellen                      ausbilden.

Unterschiede zwischen Achatina und Archachatina Arten

Achatina  Archachatina
Apex ist spitz zu laufend
Apex ist rund
Größe der gelegten Eier 5-8mm
Größe der gelegten Eier  2cm
Große Gelege mit mehreren hundert Eiern, bis zu 300 Eier pro Gelege sind möglich
Gelegegröße ist überschaubar, meist sind es nur sehr wenige Eier 2 - 10
Man kann ein V auf dem Schwanzende erkennen, es ist aber sehr undeutlich und setzt sich nicht so sehr ab wie bei Archachatina Arten
Das V auf dem Schwanzende, eine wulstige Erhebung, die deutlich ausgeprägt ist
  

 

Aufzucht von Jungtieren
Bei der Aufzucht kleiner Schnecken gibt es einige Dinge die beachtet werden sollten.

  • Wasser/Badeschalen sollten nur einen geringen Durchmesser haben und lediglich wenige Milimeter tief befüllt werden, da ansonsten die Gefahr besteht das die Tiere ertrinken.
    Auch Ein-und Ausstiegshilfen sind von Vorteil. (z.B.:Korkrindenstücke)
  • Gefüttert wird das Gleiche wie bei größeren/erwachsenen Tieren. Vorsicht aber mit Breien, auch hier besteht die Gefahr des Ertrinkens.
    Brei am besten in sehr kleinen Klecksen auf Salatblätter oder Gurkenscheiben aufbringen.
  • Die meist sehr kleinen Tiere trocken viel schneller aus als die Größeren, deshalb ist besonders auf die Luftfeuchtigkeit zu achten.

Gelege entfernen

Wenn bei der wöchentlichen Kontrolle Gelege gefunden werden sollten diese auf jedenfall entfernt werden.
Inzucht hat meist schwere und tödliche Folgen für die Tiere. Schlecht entwickelte, zwergwüchsige, kränkelnde Tiere mit meist sehr geringer Lebenserwartung.
Zudem sei gesagt das durch die Haltung im Terrarium die Tiere aus dem natürlichen Kreislauf gerissen werden und nicht länger ein Teil der Nahrungskette sind. Ohne Fressfeinde und ausreichende Auswahl bezüglich des Genpools durch Zu- und Abwanderung einzelner Tiere ist ein gesundes Fortleben der Art gefährdet. Zudem legen die meisten Arten derart viele Eier das es unmöglich ist alle Jungtiere selbst zu behalten.
Eine gute Möglichkeit die Eier zu beseitigen bevor sich mehr als nur der minimale Ansatz eines Embryos darin entwickelt hat ist:

  • geben Sie die Eier in eine Plastikdose/tüte und legen Sie diese gut verschlossen für ca. 10 Std. in die Gefriertruhe
  • verpacken Sie die Eier in einer Plastiktüte ,verschließen Sie diese gut und zertreten Sie den Inhalt
  • einige Tierarten (Skinke, Tanreks, Fische) nehmen Eier und Jungtiere sehr gerne als Nahrung, erkundigen Sie sich in Ihrem Bekanntenkreis ob diesbezüglich Bedarf besteht
  • geben Sie die Eier in kochendes Wasser, dies tötet sofort ab
 
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